Schumann: Fantasiestücke.

Schumann: Fantasiestücke.

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Interpret: Severin von Eckardstein
Label: AvI
EAN: 4260085533664

Der deutsche Pianist Severin von Eckardstein hat in seiner bald 40-jährigen Karriere bereits zahlreiche Wettbewerbspreise gewonnen, den bedeutendsten vermutlich 2003 als Gewinner des renommierten  „Grand Prix International Reine Elisabeth“ in Brüssel. Der Rheinländer hat sich auf seiner jüngsten Aufnahme, produziert letztes Jahr im Sendesaal Bremen, Klavierwerken Robert Schumanns gewidmet. Für den Düsseldorfer gewissermaßen ein Heimspiel und eine lohnende Begegnung, findet Ursula Magnes.

Was bei Beethoven als „quasi una fantasia“ begonnen hat, findet in vielen rauschhaft verträumten Klavierwerken Robert Schumanns eine faszinierende Fortführung der strukturell befreiten Gedanken. Severin von Eckardstein hat für rund 70 Minuten Schumann die Fantasiestücke op. 12, op. 111 und die große Fantasie in C-Dur op. 17 aufgenommen. Klangschön und sensibel wie im zweiten Fantasiestück aus op. 111 „Ziemlich langsam“. „R. hat drei Klavierstücke von sehr ernstem, leidenschaftlichem Charakter komponiert, die mir außerordentlich gefallen“, schreibt dazu Clara Schumann im September 1851

Das größte Kompliment erhielt Schumann für seine Fantasiestücke op. 12 von Franz Liszt, der begeistert schrieb: „… die Fantasiestücke haben mich sehr interessiert. Ich spiele sie wahrhaft mit Vergnügen. Und Gott weiß, dass ich das nicht gerade von vielen Sachen sagen kann.“ Severin von Eckardstein folgt Liszt und trifft beispielsweise den sprunghaften Charakter von „Traumes Wirren“ souverän.

Schumanns große Fantasie in C-Dur op. 17 sollte ursprünglich als „Sonate für Beethoven“ unter dem Titel „Ruinen, Trophäen, Palmen. Große Sonate“ veröffentlicht werden. Der 29-Jährige änderte sein devotes Vorhaben. Geblieben ist die riesige Herausforderung an alle Pianisten in einem Guss gleichzeitig leidenschaftlich, energisch und leise getragen, so Schumanns Anweisungen, spielen zu können. Dazu hochvirtuos  – Severin von Eckardstein brilliert in den verinnerlichten Momenten. Nimmt sich Zeit und versteckt sich in keiner dicken „rheinischen“ Klangwolke. Seine Schumann-Interpretation trifft den Kern und legt mit viel Geschmack und genussvoll vor allem Schumanns harmonische Zaubereien offen. (um)

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