50 starke Frauen vor den Vorhang

Andrea Rutar

3. Juni 2024, 08:15 Uhr

Als Andrea Rutar ein kleines Kind war und ihrer Mutter einen Guten Morgen wünschen wollte, musste sie durchs Geschäft zu ihr ins Büro gehen. Die Mutter begrüßte sie aber erst, nachdem sie gefragt hatte: "Hast Du die Kunden begrüßt?" Die Arbeit hat immer das Leben der Rutars bestimmt. Andrea war das fünfte eines Unternehmerehepaares. Die Eltern, Kärntner Slowenen,  betrieben ein Geschäft und ein Gasthaus, wo die Kinder von klein auf mithelfen mussten. "Als ich größer war, bekam ich das Auto meiner Eltern nur für berufliche Fahrten, während meine Freundinnen mit den Autos ihrer Eltern Ausflüge machen durften." Doch die Schule der harten Arbeit formte die junge Frau zur Unternehmerin.

Ohne selbst eine Ausbildung in die Richtung gemacht zu haben, stieg sie nach der Matura - freiwillig, wie sie betont - in ein anderes Unternehmen der Familie ein, das innerhalb Österreichs vor allem in Kärnten bekannt ist: das Möbelhaus Rutar. Sie wurde zunächst Mutter von Zwillingen und nach der Scheidung Alleinerzieherin. Als die Zwillinge neun Jahre alt waren, entschied sie sich für ein weiteres Kind in ihrer zweiten Ehe. "Es war zeitweise hart, aber es hat sich gelohnt." Gemeinsam mit ihrer Familie hat sie das Möbelhaus auf 17 Standorte in drei Ländern mit insgesamt 700 Mitarbeiter:innen ausgebaut.

Nach 40 Jahren hat sich Rutar aus dem Geschäft zurückgezogen und betrachtet nun den Morgen als die wichtigste Zeit des Tages, denn den konnte sie berufsbedingt nie für sich nutzen.