100 Jahre Niederösterreich

Heute vor 84 Jahren: 9. November 1938

9. November 2022, 08:00 Uhr

9. November 1938: Die Nationalsozialisten rufen auch in Niederösterreich dazu auf, jüdische Geschäfte und Synagogen zu zerstören.

Juden und Jüdinnen wurden  in der Nacht vom 9. auf dem 10. November 1938 aus ihren Wohnungen vertrieben. Synagogen zerstört, Geschäfte verwüstet. Schaufenster zerschlagen und Eigentum beschlagnahmt. In jüdischen Synagogen wurden Türen und Fenster zerstört, der Davidstern von der Kuppel gerissen, Teppiche, Luster und Kerzenständer geplündert – so wie in der Synagoge von St. Pölten oder Klosterneuburg. Denn auch in Niederösterreich erging der Befehl an die Gestapo, mit Kreisleitung und Polizeibehörde die Durchführung der Pogrome zu besprechen. Es wurden Richtlinien ausgegeben, die den Schutz deutschen Lebens und Eigentums vorschrieben. Synagogen sollten nur dann niedergebrannt werden, wenn keine Gefahr für die Umgebung bestand. Aufgrund dieser Vorsichtsmaßnahmen wurde beispielsweise die Kremser Synagoge nicht niedergebrannt, jedoch 34 in Krems lebende Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Opfer der Gewaltexzesse.Die Novemberpogrome sind Ausgangspunkt für die systematische Vertreibung, Enteignung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Zeit des Nationalsozialismus. Wie viele niederösterreichische Jüdinnen und Juden im Zuge dieser gewalttätigen Ausschreitungen von NS-Kommandos ermordet wurden, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Diesen historischen Rückblick präsentiert Ihnen das Haus der Geschichte in St. Pölten.