Passionswege
Ein Leben nach zwei Toden (DaCapo)
1. April 2026, 21:00 Uhr
Als Kind wurde Christine Hubka von allem, was mit Tod und Trauer zu tun hat, aktiv ferngehalten. Einen Friedhof durfte sie nicht betreten. Neunzehn Jahre ist sie alt, als sie zum ersten Mal auf einem Friedhof steht. Beim Begräbnis ihres Vaters in Wien.
Elf Jahre später stirbt auch ihr Mann – in Norwegen, getötet von einem Eisbären. Christine Hubka ist damals 27 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Von einem Tag auf den nächsten ist sie mit den beiden alleine: die Tochter ist fünf, der Sohn gerade einmal ein halbes Jahr alt.
Heute ist Christine Hubka 76 und begleitet als evangelische Pfarrerin im Ruhestand selbst Menschen, die einen Menschen verloren haben. Wie Trauernden beistehen? "Am meisten hilft, wenn jemand fragt: Wie geht es dir", sagt Christine Hubka, "und dann aushält, was kommt". All das hilft mehr, als Sätze, wie: "Die Zeit heilt alle Wunden", oder: "Du findest schon wieder jemanden." Sätze, die Christine Hubka nach dem Tod ihres Mannes tatsächlich gehört hat. "Ich hätte es gern gehabt, dass die Leute den Mund halten."
Die Floskeln helfen nicht, sondern nur denen, die sie äußern, sagt Christine Hubka heute: "Ein Werkzeug, mit dem ich mich einer unangenehmen Aufgabe entledige." Was stattdessen wirklich hilft, genau darüber hat Christine Hubka ein Buch geschrieben: "Mehr als Beileid. So können wir Trauernde in schweren Zeiten begleiten."
Es ist das Konkrete, das Simple, das Einfache, das hilfreich ist.
Fragen. Zuhören. Da sein.
Eine Sendung von Gerlinde Petric-Wallner.
Erstausstrahlung: Samstag, 28.03.2026 um 19:00 Uhr
DaCapo: Mittwoch, 01.04.2026 um 21:00 Uhr
BUCHTIPP:
"Mehr als Beileid. So können wir Trauernde in schweren Zeiten begleiten."
Tyrolia-Verlag. 136 Seiten. ISBN 978-3-7022-4212-1



