Rubato

Das Naghash Ensemble aus Armenien

17. September 2025, 11:00 Uhr

Es gibt Musik, die sich nicht einordnen lässt. Musik, die sich jeder Schublade entzieht und gerade dadurch ihre Kraft entfaltet. Das Naghash Ensemble aus Armenien gehört zu dieser seltenen Spezies. Es ist ein Klangkörper, der Altes neu denkt, Traditionen aufbricht und zugleich bewahrt. Eine musikalische Brücke zwischen Mittelalter und Moderne, zwischen Ost und West, zwischen Spiritualität und künstlerischer Avantgarde. Gegründet wurde das Ensemble vom armenisch-amerikanischen Komponisten John Hodian, dessen musikalische Vision aus einer tiefen persönlichen Erfahrung erwuchs. Als er die Sängerin Hasmik Baghdasaryan in einem heidnischen Tempel nahe Jerewan singen hörte, war er überwältigt von der archaischen Kraft ihrer Stimme und der Resonanz des Raumes. Diese Begegnung wurde zum Ausgangspunkt einer musikalischen Reise, die ihn schließlich zu den Texten des mittelalterlichen Priesters und Dichters Mkrtich Naghash führte – einem Mann, der im 15. Jahrhundert in der Verbannung lebte und in seinen Gedichten die existenzielle Not des „Ghareeb“, des heimatlosen Fremden, beschrieb.

Am 4. Oktober 2025 gastiert das Naghash Ensemble beim Festival Musica Sacra in St. Pölten.

Chefredakteur Christoph Wellner stellt das Projekt Songs Of Exile vor.