Spezial
Tonio Bergmeister – das exzentrische Faszinosum.
25. April 2026, 10:00 Uhr
Eine zweiteilige Sendereihe zum 100. Geburtstag des Tenors von und mit Wolfram Huber.
- 1. Teil - Eine Weltkarriere hätte er machen können.
18. April 2026, 09.05 Uhr. (Da Capo 20. April 2026, 20.00 Uhr) - 2. Teil - Eine Stimme, der man nachreiste.
25. April 2026, 10.05 Uhr. (Da Capo 27. April 2026, 21.00 Uhr)
Mit dem Ausruf „Eine Weltkarriere hätte er machen können!“ urteilte der gestrenge Kritiker Karl Löbl über ein tenorales Faszinosum, einen aus Kärnten stammenden Tenor, dem die Bühnen der Welt offen gestanden wären, hätte er sich nicht allen Konzessionen verweigert. So wurde er ein Star im Kleinen, in Salzburg, Hamburg oder Baden, dem schon bei seinem Auftritt Beifall entgegenbrandete. Kein Wunder, verfügte er doch über eine der bemerkenswertesten Tenorstimmen: baritonale Färbung gepaart mit ungefährdeter Höhe, Wärme und butterweicher Schmelz. Dies und seine intensive Bühnenerscheinung setzte er vor allem in der Operette ein. Dort war er der Star, zweiter wollte er nirgends sein, und so ließ er sogar Wieland Wagner samt Bayreuth abblitzen. Die in den beiden Sendungen zu hörenden Aufnahmen sind zwar von technisch schlechter Qualität, jedoch von gesanglich hochstehender. Plattenaufnahmen gibt es keine, denn er verweigerte sich auch den Studios mit der Begründung: „Wenn ich einmal tot bin, soll auch meine Stimme tot sein.“ Zum Glück fand der Autor dieser Zeilen einige private Aufnahmen im Archiv seines Vaters und bei Bergmeisters Sohn Pater Sergius Romanovicz. „Wenn dieser Bergmeister heute beim Bühnentürl der Met anläuten würde – den roten Teppich würden sie ihm ausrollen", meinte eine Sängerin beim Anhören seiner Aufnahmen.
Text: Wolfram Huber. Bild: privat



