Rezensionen

Ariadne auf Naxos

3. August 2026, 14:00 Uhr

SF / Thomas Aurin Ariadne auf Naxos 2026 (Regie/Bühne/Kostüm, Ersan Mondtag): Ensemble

Als erste Bilder der Neuinszenierung von Richard Strauss’ Oper Ariadne auf Naxos durch Ersan Mondtag bekannt geworden sind, haben wohl einige die Stirn gerunzelt. Marion Eigl hat die Premiere im Haus für Mozart besucht.

Ein plötzlich aufgezogenes heftiges Gewitter lenkte die Gespräche in der Pause kurzfristig von den ersten Eindrücken dieser Produktion ab. Zu dem Zeitpunkt, nach dem „Vorspiel“, hätte ich der Idee von Ersan Mondtag noch eine Chance gegeben. Er geht von einer Zeitkapsel aus und verlegt die Geschichte auf den Mars. Dass die Buhrufe am Ende derart heftig ausfallen würden, hat mich nicht überrascht. Im ersten Moment funktioniert das Konzept durchaus, dass der „reichste Mann der Welt“ zu einer Assemblé auf seinen Wüstenplaneten bittet und die Gäste mit Raumschiffen zum Mars-Palais gereist sind. Einige Superreiche streben heutzutage ja tatsächlich danach, neue Lebensräume im Weltall zu erschließen. Das unter einer Kuppel angesiedelte futuristische Szenario wird dann in der „Oper“ zu einer Schneelandschaft. Ariadne hat rotes Kraushaar, einige Kostüme erinnern an eine Mischung aus Harry Potter und Zauberer von Oz. Bacchus wird als in gold gekleideter Olympier gezeigt. Gut angefangen, stark nachgelassen - mein Fazit in aller Kürze zur Regie. 

Famos ist hingegen die musikalische Seite. Die Wiener Philharmoniker holen unter Manfred Honeck jedes noch so kleine Detail aus der Partitur von Richard Strauss heraus. Die Musik glitzert und funkelt. Den Namen Christina Nilsson werden wir uns nach dieser großartigen Leistung als Ariadne definitiv merken und den Weg der schwedischen Sopranistin weiterverfolgen. Kate Lindsey als Komponist ist ebenfalls ausgezeichnet. Ihr gelingt es auch eine Figur, einen starker Charakter zu zeigen. Ziyi Dai ist eine silbrig quirlige Zerbinetta. Eric Cutler meistert die Partie des Bacchus bravourös. Den Haushofmeister gibt Johannes Silberschneider. 

Ersan Mondtag konnte an der Wiener Staatsoper bereits mit BIzets Perlenfischern nicht überzeugen. Mit dieser Ariadne ist er in der Publikumsgunst definitiv nicht gestiegen.

Riesenjubel gab es hingegen davor in der Felsenreitschule für den Dirigenten Adam Fischer, das Mozarteumorchester Salzburg und alle Ausführenden einer halbszenischen Aufführung von Mozarts Lucio Silla. Herrliche Musik mit durchwegs jungen frischen Stimmen - Nina Solodovnikova als Giunia und Xenia Puskarz Thomas als leidenschaftlicher Cecilio. Genuss pur! 

(Marion Eigl)