CD der Woche

Chopin of Armenia

17. Januar 2026, 07:35 Uhr

Interpret: Heghine Rapyan

Label: Solo Musica

EAN: 4260123645458

Mit Chopin of Armenia – Stephan Elmas präsentiert die armenisch-österreichische Pianistin Heghine Rapyan eine packende Entdeckungsreise: Mazurken, Walzer, Nocturnes, Präludien, Scherzi und eine Polonaise – in der tief empfundenen Tradition Frédéric Chopins, jedoch mit dem einzigartigen Ausdruck Elmas'. Viele dieser Werke erklingen erstmals auf CD und offenbaren uns ein vergessenes romantisches Kleinod, von dem auch Michael Gmasz begeistert ist.

Die armenische Pianistin Heghine Rapyan begann im zarten Alter von drei Jahren mit dem Klavierspiel und studierte später am Staatlichen „Komitas“-Konservatorium Jerewan sowie am Mozarteum Salzburg, wo sie ihr Masterstudium mit Auszeichnung abschloss. Bereits mit 16 Jahren startete sie ihre erste internationale Konzerttournee nach dem Gewinn des Kawai Artist Prize – und wenig später gewann sie zudem den Stephan‑Elmas‑Klavierwettbewerb. Rapyan verbindet ihre armenische Herkunft und die tief verwurzelte musikalische Tradition Armeniens mit europäischer Virtuosität und gestalterischem Tiefgang. Nach sämtlichen Sonaten von Stephan Elmas im Jahr 2023, sind es jetzt seine kleineren Preziosen, denen Heghine Rapyan neues Leben einhaucht.  

Stéphan Elmas, 1864 in Smyrna geboren, war ein gefeiertes Wunderkind und setzte seine Ausbildung in Wien bei Anton Door und Franz Krenn fort. Er komponierte über 120 Werke – darunter Sonaten, Konzerte, Etüden, Charakterstücke und Lieder – und wurde lange Zeit als „Chopin Armeniens“ gehandelt, eine Bezeichnung, die aufgrund seiner romantischen Klangsprache und feinen Phrasierung treffend erscheint. Obwohl er als Virtuose mit Größen wie Franz Liszt in Kontakt stand, führten zunehmende Schwerhörigkeit und sein Rückzug aus dem Rampenlicht dazu, dass sein Werk in Vergessenheit geriet. Diese CD hilft, Elmas’ romantisches Erbe wieder ins Bewusstsein zu rücken – und trägt seinen offiziellen, treffenden Beinamen im CD-Titel nicht ohne Grund. Wer also Chopin liebt und neugierig auf neue, bzw. bisher verborgene Schätze der Romantik ist, sollte sich diese Einspielung nicht entgehen lassen. (mg)