Rezensionen
Così fan tutte in Salzburg
7. August 2026, 08:20 Uhr
Der nächste Premierenabend bei den Salzburger Festspielen galt Mozarts Così fan tutte. Für radio klassik Stephansdom war Marion Eigl dabei.
Christof Loys Inszenierung von W. A. Mozarts „Così fan tutte“ hatte im Corona-Jahr 2020 in einer Strichfassung Premiere bei den Salzburger Festspielen. Nun ist diese Produktion in einer musikalischen Neueinstudierung in voller Pracht im Großen Festspielhaus zu erleben. Die Premiere gestern wurde mit begeistertem Applaus aufgenommen. Auf einer komplett leeren Bühne (Johannes Leiacker) - alles weiß, zwei Flügeltüren, ein paar Stufen - liegt der Fokus ganz auf den Personen und ihren Gefühlen, auf den Blicken, Gesten, der Mimik. Anfangs etwas karg, beginnt spätestens nach der Pause dieser Zugang seine Wirkung zu entfalten. Dank des ungemein spielfreudigen und leidenschaftlichen Ensembles mit den Frauen Elsa Reisig (Fiordiligi) und Victoria Karkacheva (Dorabella); mit den Herren, die beinahe Angst vor der eigenen Courage bekommen Bogdan Volkov (Ferrando) und Andrè Schuen (Guglielmo), mit Johannes Martin Kränzle als Strippenzieher Don Alfonso in diesem Treuetest und der entrückende Lea Desandre als Despina.
Joana Mallwitz am Pult der Wiener Philharmoniker samt Teilnehmenden der Angelika Prokopp Sommerakademie der Wiener Philharmoniker hielt wunderbar die Balance zwischen Zeit lassen, Zeit geben und Tempo anziehen. Aus den Orchesterreihen gefielen vor allem die pulsierenden Kontrabässe und der famose Pedro Beriso am Hammerklavier.
Così fan tutte packt hier in Salzburg. Aufgeladen mit diesem unfassbar großartig komponierten Werk - ein später Mozart gemeinsam mit dem Librettisten Lorenzo da Ponte - verließ man das Festspielhaus und freute sich über die vom Regen angenehm abgekühlte Luft.
(Marion Eigl)



