CD der Woche

Hoffnung

13. Juni 2026, 07:35 Uhr

Interpreten: Samuel Hasselhorn, Ammiel Bushakevitz

Label: harmonia mundi

EAN: 3149020955840

Während das nächste Beethoven Jahr (2027 – 200. Todestag!) bereits seine ersten Schatten voraus wirft, bereiten sich manche Künstler bereits auf das große Schubertgedenkjahr 2028 vor. Einer von diesen ist der Bariton Samuel Hasselhorn, der kürzlich mit Hoffnung den bereits dritten Band von Schubertliedern auf CD herausgebracht hat. Michael Gmasz ist nach wie vor vo seiner Stimme und Interpretation begeistert.

2028 feiert die Musikwelt eines der größten, zu Lebzeiten nicht sehr hoch geschätzten, Genies der Musikgeschichte und gedenkt seines 200. Todestages – Franz Schubert. Es drängt nun auch seit einigen Jahren eine neue Generation von Schubert Liedinterpreten nach. Unter diesen, Liedsängern der jüngeren Generation, zählt Samuel Hasselhorn zu den ganz besonderen. Schon seine beiden vorangegangenen Schubert CDs, die schöne Müllerin und Licht und Schatten, wurden hier an dieser Stelle hochgelobt, und so verhält es sich auch mit Hoffnung, dem neuesten Album aus dem Hause Hasselhorn/Bushakevitz. Lieder des späten Jahres 1825 und vor allem von 1826 stehen dabei im Mittelpunkt, einer Zeit in der Franz Schubert nach schwierigen Phasen wieder Mut und Zuversicht gefasst hat.

Diese Zuversicht wird gleich im ersten Lied, Im Freien, besungen – „tausend Stimmen rufen hier, grüß dich Trauter du!“ Ohne großes Pathos eröffnet Samuel Hasselhorn also sein neues Album. Es folgen Schubert Hits par excellence, wie An Silvia, Fischerweise, Ständchen oder das Wiegenlied. Aber auch Unbekannteres, wie die Totengräberweise, das Zügenglöcklein oder die Blume und der Quell findet sich auf dieser CD, die sich zwar die Hoffnung zum Thema gemacht hat, und doch auch Wehmut und Trauer nicht ganz auslassen kann. Samuel Hasselhorn singt zum Glück nach wie vor nicht maniriert und ich hoffe, dass ihm das noch lange zu eigen bleibt. Ich habe sogar das Gefühl, als ob Hasselhorn seine Stimme mittlerweile ein wenig direkter und gerader führt, als zuvor! Samuel Bushakevitz bereitet Hasselhorn immer die richtige Atmosphäre und Stimmung, von den „gezupften“ Lautensaiten bis hin zu den leicht wankenden, von Vers zu Vers immer angeheiterteren Begleitkaskaden beim Trinklied. Neben dem vorhergehenden Lebensmut auch eine der fröhlichsten und strahlendsten Nummern auf dieser CD. So kann Schubert 2028 langsam kommen. (mg)