CD der Woche

Kodály, Sibelius, Ysaÿe

24. Januar 2026, 07:35 Uhr

Interpreten: Simon Tetzlaff

Label: hänssler CLASSIC

EAN: 881488250275

Ein neuer Tetztlaff hat die internationale Konzertbühne betreten – Simon Tetzlaff, Cellist, und Sohn des Geigers Christian Tetzlaff. Dass er, wie sein Vater, keine Scheu vor Herausforderungen hat, zeigt er mit seinem CD Debüt. 

Im Zentrum der Debüt CD des Cellisten Simon Tetzlaff steht Zoltán Kodálys monumentale Solosonate op. 8, ein Werk, das unter Cellistinnen und Cellisten seit jeher als „Neues Testament“ der Celloliteratur gilt – eine Musik von eruptiver Kraft und zugleich berückender Intimität. Schon die ersten Akkorde ziehen einen in den Bann. Makellose Intonation, ein Gespür für Timing und ein satter Celloklang, wie ich ihn gerne höre. Dazu Jean Sibelius’ „Malinconia“ gemeinsam mit der Pianistin Kiveli Dörken und Thema mit Variationen wieder für Cello Solo. Den programmatischen Abschluss bildet Eugène Ysaÿes Sonate op. 28, ein Meisterwerk ganz im Stile seiner Sonaten für Violine solo, voller kantabler Linien und technischer Finessen. Zusammen entsteht ein dramaturgischer Bogen, der den Ausdruckswillen dreier Komponisten bündelt – und dem Interpreten alles abverlangt. Simon Tetzlaff hat sich wohl gedacht, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und er gewinnt auf allen Linien!

Simon Tetzlaff, Jahrgang 1997, stammt aus einer ausgeprägt musikalischen Familie und erhielt seine Ausbildung u. a. in Frankfurt, München, Salzburg und am USC Thornton College in Los Angeles, wo er 2024 sein Konzertexamen ablegte. Meisterkurse bei Größen wie Alban Gerhardt oder Torleif Thedéen sowie Wettbewerbserfolge formten seine künstlerische Handschrift, 2024 gekrönt vom renommierten János‑Starker‑Foundation‑Award. Auf dieser CD präsentiert er sich als Interpret von beeindruckender Reife: unverbraucht, hochmusikalisch und mit einem Ton, der gleichermaßen glüht wie nach innen lauscht. Ein Debüt, das mehr als nur Aufmerksamkeit verdient – es verspricht eine künstlerische Laufbahn, die man von nun an aufmerksam verfolgen möchte. Heißt es heute noch, „ist das nicht der Sohn von“, wird es in ein paar Jahren vielleicht heißen, „seinen Vater kennt man auch“! (mg)