CD der Woche
La Torre del Oro
25. April 2026, 07:35 Uhr
Interpreten: L'Arpeggiata, Christina Pluhar
Label: Erato
EAN: 5026854302492
Christina Pluhar gilt seit vielen Jahren als fixe Größe in der Welt der historischen Aufführungspraxis. Ihre Programme unterscheiden sich meist von denen, ihrer Kollegen und Kolleginnen. So verhält es sich auch mit ihrem neuen Album, La Torre del Oro. Südamerikanische Volksmusik trifft dabei auf davon inspirierte Spanische Kunstmusik aus alter Zeit. Ausgesprochen gelungen, wie Michael Gmasz findet.
Die Salzburger Pfingstfestspiele, geleitet von Cecilia Bartoli, haben die Lautenistin und Ensembleleiterin Christina Pluhar vor einigen Jahren eingeladen, sich ein spezielles Programm für Salzburg zu überlegen. Unter dem Titel La Torre del Oro, gemeint ist Sevillas goldener Turm als Ausgangspunkt vieler historischer Seereisen, präsentiert Pluhar mit dem Ensemble L’Arpeggiata nun auch auf CD Spanische und südamerikanische Jácaras, Fandangos, Folías, Canarios und Chaconas. Venezolanische Joropos und Pájarillos stehen im Dialog mit Werken von Alonso Mudarra und Santiago de Murcia und traditioneller Musik aus Spanien und Südamerika.
Mich erinnert das Album ein wenig zurück in die 90er Jahre, als Ray Cooder mit seinem Buena Vista Social Club für Furore gesorgt hat und der Film von Wim Wenders wohl nicht nur mich öfter als einmal ins Kino geholt hat. Christina Pluhar hat sich für ihr Album auch Spezialisten für diese Art der Musik eingeladen, die mit ihren Musikerinnen und Musikern gemeinsam musizieren. Allen voran seien die Vokalisten Luciana Mancini und Vincenzo Capezzuto erwähnt. Cembalo und Zink gesellen sich zu Cuatro, Akkordeon und diversen Percussionsinstrumenten. Eine Mischung, die von Beginn an in den Bann zieht, wenn auch nicht in erster Linie assoziiert mit Barockmusik. Mal feurig mitreißend und darauf wieder melancholisch herzzerreißend. Das ist Musik, die uns in allen Stimmungen zu begleiten vermag. (mg)



