Rezensionen

Maximiliano Danta gewann den 15. Cesti-Wettbewerb.

31. August 2024, 07:56 Uhr

Jiayu Jin (Platz 2), Maximiliano Danta (Platz 1) & Brenda Poupard (Platz 3) zwischen der Künstlerischen Leitung, Eva-Maria Sens und Ottavio Dantone.
© Die Fotografen

Gestern Abend ging in Innsbruck das Finale des 15. Cesti-Wettbewerbs der Festwochen der Alten Musik über die Bühne. 213 Sängerinnen und Sänger haben sich dazu weltweit angemeldet. 83 wurden eingeladen und 11 haben es in das Finale geschafft. Musikchefin Ursula Magnes war dabei und durfte für radio Klassik Stephansdom erstmals den Medienpreis überreichen.

Die Stimmung im Großen Saal des Haus der Musik war freudig und erwartungsvoll. Das Publikum hatte seine Freude daran ebenfalls abstimmen zu dürfen und vergab nach zwei Finalrunden dem jüngsten Teilnehmer den Publikumspreis. Der erst 24-jährige Tscheche und Countertenor Vojtěch Pelka sang sich in das Herz des begeisterten Publikums. Das Rennen als Erster machte ebenfalls ein Countertenor – aus Uruguay. Maximiliano Danta bewies schon in der ersten Finalrunde mit „La rondinella, che a noi sen riede“ aus „La Rosmira fedele“ von Leonardo Vinci, dass er zum ganz engen Favoritenkreis zählt. Mit Antonio Vivaldis „Sento in seno“ aus „Il Giustino“ war dann alles klar – auch der hochkarätig besetzen Jury unter dem Vorsitz von Sebastian Schwarz.

Die chinesische Sopranistin Jiayu Jin gewann den Zweiten Preis, der Dritte Preis ging an die französische Mezzosopranistin Brenda Poupard.

Unter den zahlreichen Sonderpreisen durfte ich für radio klassik Stephansdom heuer erstmals den Medienpreis vergeben. Das hohe Niveau des Finales machte die Auswahl wirklich schwierig. Schließlich ging der Preis quasi nach Wien. Ich durfte der kroatischen Mezzosopranistin Lucija Varsic die Zusage für eine Rubato-Sendung und weitere mediale Berichterstattung übergeben. Lucija Varsic überzeugte durch schlichte Musikalität, technische Finesse und eine ruhige aber sehr temperamentvolle Bühnenpräsenz. Sie studiert in Wien an der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst bei Michael Schade, der als Jurymitglied eindringlich betonte, dass es für alle Finalteilnehmer und -innen ganz wichtig sei auf jeden einzelnen der Jury zuzugehen und Feedback zu fordern. Um schon am Tag des Finales in der eigenen musikalischen Entwicklung wieder ein Stück weiterzukommen. Einige der entdeckten Sängerinnen und Sänger werden nächstes Jahr in Vivaldis „Il Giustino“ im Rahmen der Barockoper.Jung in Innsbruck wieder zu erleben sein.

Alles in allem ein erfreuliches Erlebnis. Noch ein Tipp: auch das Wiener Konzerthaus ließ es sich nicht nehmen, den Gewinner für die nächsten Resonanzen zu engagieren. Maximiliano Danta wird also schon Anfang nächsten Jahres live in Wien zu hören sein. (um)