CD der Woche

Mozart: Gran Partita

5. September 2026, 07:35 Uhr

Interpreten: Bläser der Wiener Symphoniker, Milan Turković

Label: Gramola

EAN: 9003643993778

Zur Zeit der Klassik und auch noch am Beginn des 19. Jahrhunderts war es Mode, große Bühnenwerke für kleine Bläserbesetzung, sogenannte Harmoniemusiken, zu arrangieren. Dass es jedoch auch wunderbare Originalwerke für diese Besetzung gibt, beweist u.a. unsere CD der Woche mit W.A. Mozarts Gran Partita. „Harmoniemusik extended“ würde man das heute vielleicht nennen. Michael Gmasz ist von der Wucht der Musik fast erschlagen.

Es ist immer wieder aufs Neue faszinierend, in welcher musikalischen Gestalt sich die Genialität von Wolfgang Amadeus Mozart zeigt. Seien es seine Opern, seine Konzerte, seine Symphonien, Kammermusikwerke etc. Für seine „Gran Partita“, seine Serenade Nr. 10 in B-Dur KV 361, wie das Stück ursprünglich bezeichnet wurde, hat er der üblichen Harmoniemusikbesetzung zwei Bassetthörner hinzugefügt und anstatt der an sich 2 Hörner derer vier besetzt. Der Kontrabass darf natürlich auch hier nicht fehlen, was die Besetzung auf 13 Instrumente erweitert. Fast schon ein kleines Kammerorchester, dass die Bläser der Wiener Symphoniker hier unter Milan Turkovic bilden. Und ins Orchestrale reicht auch die Musik Mozarts.

In sieben Sätzen lotet Mozart aus, was mit der gewählten Besetzung klanglich möglich ist. Orchestraler Klang, kammermusikalische Bescheidenheit, wunderbar z.B. das Klarinetten- und Bassetthorn Quartett im 1. Menuett, und solistische Eleganz ergänzen sich perfekt. Altmeister Milan Turković, er feiert dieser Tage seinen 87. Geburtstag!, leitet die Bläser der Wiener Symphoniker versiert durch diese Klangfülle von knapp 50 Minuten. Musikerinnen und Musiker, die im Orchester tagtäglich gemeinsam atmen, phrasieren und von ihrer Ausbildung her im Wiener Klangstil geschult wurden. Wienerischer geht fast nicht, was Interpretation und vor allem Klang betrifft. Das Casino Baumgarten liefert dazu den idealen Rahmen, mit satter Resonanz. Um den Kritiker Friedrich Schink nach der Uraufführung 184 zu zitieren: „oh es tat seine Wirkung – herrlich und groß, trefflich und hehr.“ (mg)