CD der Woche
Oskar C. Posa
15. November 2025, 07:35 Uhr
Interpreten: Edwin Fardini, Juliette Journaux, Eva Zavaro, Simon Dechambre, Quatuor Métamorphoses
Label: voilà!
EAN: 5051083220095
Am 25. Jänner 1905 hat im goldenen Saal des Wiener Musikvereins ein Konzert des Wiener Concertvereins, des Vorgängerorchesters der Wiener Symphoniker, stattgefunden. Zur Uraufführung gelangten dabei unter der Leitung jeweils des Komponisten „Die Seejungfrau“ von Alexander von Zemlinsky, „Pelleas und Melisande“ von Arnold Schönberg und 5 Lieder auf Texte von Liliencron von Oskar C. Posa. Wenn Sie sich jetzt fragen, Oskar C. wer? Dann haben Sie vollkommen recht, denn er ist komplett in Vergessenheit geraten. Bis jetzt! Von seiner Wiederentdeckung zeigt sich Michael Gmasz begeistert.
Ein Aha-Erlebnis der besonderen Art hatte der Musikwissenschaftler Olivier Lalane, als er den Namen Oskar C. Posa auf dem Plakat des Konzertes vom 25. Jänner 1905 entdeckt hat. Ein noch größeres allerdings, als er bei einer ersten Internet-Recherche keinerlei Informationen, keine Musik ja nicht einmal ein Bild gefunden hat. Ein Komponist, der mit Zemlinsky und Schönberg auf der großen Bühne steht? Heute gänzlich unbekannt? Das hat ihn beflügelt, sich auf die Suche zu begeben und unsere CD der Woche ist nun das Ergebnis seiner Forschungsreise. Über Leben und Werk des Komponisten zu erzählen, dafür ist hier zu wenig Platz, aber die wunderbare Musik spricht ohnehin für sich selbst!
Zu entdecken gibt es auf zwei CDs Lieder voller Innigkeit, ein Albumblatt für Klavier, ein kurzes Andante für Violoncello und Klavier, ein groß angelegtes Streichquartett und eine Violinsonate, die mit feiner Melodik und harmonischem Reichtum glänzt. Das ist so qualitätvolle Musik, mit romantischer Wärme, und doch einem Hauch von impressionistischer Farbigkeit, dass man sich ehrlich fragen muss, wie es geschehen konnte, dass dieser Komponist völlig in Vergessenheit gerät. Dazu hat Olivier Lalane mit dem Bariton Edwin Fardini, der Pianistin Juliette Journaux, Geigerin Eva Zavaro, dem Cellisten Simon Dechambre und dem Quatuor Métamorphoses ganz ausgezeichnete Partner gefunden, die sich dieser Musik mit einer Ernsthaftigkeit aber gleichzeitig wunderbaren Leichtigkeit widmen. Eine CD, die nur Auftrag sein kann, sich mehr mit Oskar C. Posa und seiner Musik zu beschäftigen! (mg)



