Auslandskulturjournal

Sabine Fellner

2. März 2026, 17:15 Uhr

Julian Fellner

DaCapo: Donnerstag, 5. März 2026, 8.15 Uhr.

Der Titel bezieht sich, so Sabine Fellner auf einen Vortrag, den die nigerianische Feministin und Autorin Shimamanda Ngozi Adichie 2012 mit dem Titel: "»We should all be feminists« in London gehalten hat. "Dieser Vortrag wurde damals millionenfach geteilt weltweit und gab also große Hoffnung, dass die Entwicklung hin zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft vorangeht", so Fellner. Und die Kuratorin weiter: " Heute, mehr als zehn Jahre später, sind wir damit konfrontiert, dass ein zunehmend rückgewandtes Weltbild Platz greift. Frauen sind leider immer noch, obwohl sich an der rechtlichen Gleichstellung der Frauen sehr viel getan hat. Also Frauen sind mehr oder weniger den Männern gleichgestellt, aber das gelebte Leben sieht anders aus. Also ich möchte nur darauf hinweisen, dass Österreich eine erschreckende Anzahl im Vergleich zu Europa an Femiziden aufweist. Ein rezenter Caritas-Bericht hat zutage gebracht, dass zwei Drittel der Personen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, Frauen sind. Das heißt, Armut ist weiblich. Dazu kommt, dass man beobachten kann, dass man versucht, Frauen zunehmend wieder in traditionelle Familienmodelle zurückzudrängen". 

Sabine Fellner unterstreicht: "Die Kunst ist, wie wir wissen, ein Seismograph der Gesellschaft und zeigt oft lange, bevor eine Gesellschaft Probleme tatsächlich wahrnimmt, auf, dass Dinge sozusagen im Umbruch sind. Und das Projekt ist so aufgebaut, es geht immer darum, eine Gruppe österreichischer KünstlerInnen, die sich mit dieser Problematik im weitesten Sinne beschäftigen, in einen Dialog treten zu lassen mit KünstlerInnen in den österreichischen Kulturforen des jeweiligen Gastlandes". 

Auslandskultur des BMEIA

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