CD der Woche
Schubert: String Quintet in C, Arpeggione Sonata, Lieder for Cello & Piano
18. Juli 2026, 07:35 Uhr
Interpreten: Emmanuelle Bertrand, Pascal Amoyel, Quatuor Parisii
Label: harmonia mundi
EAN: 3149020955741
Schon der musikalische Inhalt unserer CD der Woche weckt für eine Liebhaberin bzw. einen Liebhaber von Schuberts Kammermusik große Erwartungen. Streichquintett in C, Arpeggione Sonate und dazu noch einige Liedbearbeitungen für Violoncello und Klavier. Michael Gmasz hat sich für Sie durchgehört.
Die Cellistin Emmanuelle Bertrand und der Pianist Pascal Amoyel harmonieren seit vielen Jahren nicht nur musikalisch sehr gut, sondern sind auch seit Jahren privat familiär verbunden. Eine Intimität, die man immer wieder in den gemeinsamen Aufnahmen hört und spürt. Waren es zuletzt die Schlaflieder für Kinder, die unter dem Titel Cello Dreams veröffentlicht wurden, so spielen Bertrand und Amoyel diesmal Werke von Franz Schubert. Ganz im Sinne einer familiären Hausmusik musizieren die Cellistin und ihr Pianisten-Gatte An die Musik, Im Frühling, An den Mond oder Jüngling an der Quelle, ganz so, als ob Schubert all das als schöne Cello-Kleinodien geschaffen hätte. Natürlich, innig, absolut musikalisch vertraut. Ebenso verhält es sich mit der Arpeggione Sonate. Klanglich hier eher auf der leichten denn auf der saftigen Seite angesiedelt.
Satt im Klang beginnt dafür der Höhepunkt dieses Doppelalbums, das Streichquintett in C-Dur, bei dem Emmanuelle Bertrand das Quatuor Parisii ergänzt. Wohl auch dank des Aufnahmeleiters und -technikers klanglich sehr im bratschigen und natürlich cellomäßigen Mittelfeld gelegen. Hier dominiert hörbar die französische Eleganz und nicht die wienerische Verspieltheit. Eine Lesart, die dieser Musik eine andere Facette verleiht. Hier darf dann auch der zweite Satz ein bisschen klangvoller sein, mit zartem Vibrato, nicht ganz so orgelhaft blutleer, wie man ihn sonst oft hört. Ein wenig zurückhaltend dann dafür wieder die Sätze drei und vier. Hier würde ich mir den einen oder anderen knackigeren Zugriff wünschen. Zum Abschluss des Albums dann noch eine Streichquintettfassung der Litanei auf das Fest Allerseelen, wunderschön, auch ohne Text, dem Charakter absolut entsprechend. Alles in allem ein gelungenes Schubert Album, vom Quintett vielleicht nicht die beste Aufnahme, aber, es ist halt Schubert Kammermusik, und daran konnte ich nicht vorbei. (mg)



