CD der Woche
Wanczura, Fomin
29. August 2026, 07:35 Uhr
Interpreten: Ensemble Altera Pars, Pavel Serbin
Label: cpo
EAN: 761203574124
Auf unserer CD der Woche gibt es diesmal wieder Neues zu entdecken, begeben wir uns doch gemeinsam mit Pavel Serbin und dem Ensemble Altera Pars ins Russland des 18. Jahrhunderts. Eine von vielen ausgesprochen erfreulichen musikalischen Wiederbelebungen durch das Label cpo.
Wenn Sie an russische Komponisten denken, welche kommen Ihnen dabei in den Sinn? Tschaikowsky sicherlich, Schostakowitsch, Strawinsky oder Rachmaninow? Vielleicht auch noch Rimski-Korsakov, Prokofjew, Mussorgsky oder Skrjabin? Sie haben alle etwas gemeinsam – sie lebten im 19. oder 20. Jahrhundert. Aber was war davor? Diese Frage versucht unsere CD der Woche zu beantworten, mit Musik von Ernst von Wanczura und Jewstignei Fomin, beides Vertreter der Tonkunst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Also auch zu Zeiten Katharina der Großen hat es in Russland eigene Musik gegeben!
Der eine, Ernst von Wanczura, geboren in Böhmen als Arnošt Vančura, den es nach St. Petersburg verschlug. Er gilt als einer der ersten Komponisten überhaupt, der in seinen klassischen Werken gezielt Volkslieder verarbeitete. Der andere, Fomin, Russe, der unter anderem in Bologna bei Padre Martini ausgebildet wurde und vor allem große Erfolge mit seinen Bühnenwerken gefeiert hat. Aus seiner Oper „Novgorodskij bogatyr' Boeslavich“ (1786), zu der übrigens Zarin Katharina die Große selbst das Libretto verfasste, stammen Instrumentalstücke und Tänze – von Wanczura erklingen sowohl die Ukrainische als auch die Russische, also zwei Symphonien, die auf folkloristischen Elementen aufbauen. Pavel Serbin und das Ensemble Altera Pars gehen frisch und knackig ans Werk und präsentieren Musik, die es bisher noch nicht zu uns geschafft hat, auf der jedoch viele der anfangs erwähnten „Großen“ aufgebaut haben! Repertoireerweiterung? Ja, aber eine gute! (mg)



