CD der Woche

Was, is, is to come

19. September 2026, 07:35 Uhr

Interpreten: con:trust

Label: Ars Produktion

EAN: 4262565890106

Manchmal sind es auch die ungewöhnlichen Besetzungen und CDs, die Michael Gmasz für eine CD der Woche begeistern. Wie das aktuelle Album „Was, is, is to come“ des Akkordeon-Duos con:trust. Zum Zehnjährigen ein kurzer Blick zurück und ein langer in die Zukunft.

So bunt und vielfältig die Möglichkeiten ihrer Instrumente sind, so abwechslungsreich ist auch das Repertoire des Akkordeonduos con:trust. Auch auf ihrer jüngsten CD, die sich Marius Staible und Daniel Roth quasi zum gemeinsamen 10. Geburtstag geschenkt haben, überschreiten sie gekonnt die Grenzen der Stile und Zeiten. Johann Sebastian Bach trifft Mozart trifft Piazzolla trifft Tiensuu trifft Joh. Und dazu haben die beiden Akkordeonisten auch immer wieder Eigenkompositionen eingestreut, die von einem ausgesprochen breiten Musikverständnis zeugen. Der Titel „Was, is, is to come“, also war, ist und wird sein, deutet darauf hin, woher die beiden kommen aber vor allem darauf, wohin die Reise noch gehen mag.

Das Akkordeon ist, mit seiner in Wien erfolgten Patentanmeldung 1829, ein vergleichsweise junges Instrument. Und doch verträgt es sich hervorragend mit Musik, die vor der Erfindung entstanden ist. Dynamische Steigerungen in länger gehaltenen Tönen, die bekanntlich dem Klavier oder Cembalo vorenthalten bleiben, geben dieser Musik einen neuen Reiz, lassen aber nichts von der ursprünglichen Eleganz vermissen. Was am Akkordeon alles möglich ist, zeigen die beiden avantgardistischen Nummern auf der CD, das titelgebende Stück „Was, is, is to come“ der südkoreanisch-amerikanischen Komponistin Euna Joh und das Werk „Aion“ des Finnischen Komponisten Jukka Tiensuu. Piazzolla darf ja beim Akkordeon fast nicht fehlen und mit ihren eigenen Werken, die mehr oder weniger als Prolog, Epilog und Intermezzi platziert sind, gehen Marius Staible und Daniel Roth auch eigene Wege. Das ist zeitgenössische Musik, der Tonalität verpflichtet, aber zeitgemäß, rhythmisiert und originell. Keine Neuerfindung von Dreiklängen, wie in der New classical Bewegung oft zu erleben. Musik, die Spaß macht! (mg)