Träume, Illusionen, Gefühle – Musik im Kino
Il Cantico del Santo
17. Oktober 2026, 09:00 Uhr
Wie stellt man einen Heiligen dar? Und wie klingt die Zeit, in der dieser gelebt hat? Diese Fragen wurden im Laufe der vergangenen Jahrzehnte von Regisseuren und Filmmusikkomponisten auf unterschiedliche Weise gelöst. Fakt ist: der vor 800 Jahren verstorbene Franz von Assisi (+3. Oktober 1226) ist einer der meistverfilmten Heiligen aller Zeiten. Seine enorme Popularität verdankt er dabei vor allem einem Streifen, der auch in der Hippiekultur Anklang fand: Franco Zefirellis Bruder Sonne, Schwester Mond von 1972.
Es ist faszinierend, wie sehr die Wahrnehmung Franz von Assisis von der Filmmusik abhängt. Ob mit mittelalterlich anmutenden Klängen oder Synthesizer, Assisis Leben und Wirken inspirierte Komponisten wie Renzo Rossellini, Mario Nascimbene, Riz Ortolani oder Vangelis zu unterschiedlichsten musikalischen Umsetzungen. Stefan Schmidl (Österreichische Akademie der Wissenschaften / MUK Wien) präsentiert Beispiele von Roberto Rossellinis Franziskus, der Gaukler Gottes (1950) bis zu Susanna Nicchiarellis Chiara (2022). Besonderes Highlight: die nicht verwendete Filmmusik von Leonard Bernstein zu Zefirellis Bruder Sonne, Schwester Mond.
© Monika Jaroš



